Sankt-Petersburg und Moskau - ein UNVERGESSLICHES ABENTEUER!

veröffentlicht um 19.06.2013, 14:11 von Georg Haschek   [ aktualisiert: 08.10.2014, 07:03 ]















St. Petersburg                                                                                Moskau

Mittwoch, 22. Mai 2013

Am 22. Mai 2013 begann unsere große Reise ins unbekannte ferne Russland. Nachdem einer unserer Mitschüler aus Krankheitsgründen leider nicht mitfahren konnte, erwartete uns am Flughafen in Schwechat gleich die nächste Überraschung. Da  Michael einen russischen Pass besitzt, wurde die Ausreise zum Nervenkitzel. Nach einer langen Diskussion mit den Zollbeamten wurde ihm zwar die Ausreise gestattet, man wünschte ihm dann allerdings viel Glück für die Heimreise. 

Nach der problemfreien Ankunft in Russland wurden wir von unseren AustauschschülerInnen freudig empfangen und mit nachhause genommen, wo die Gasteltern uns herzlich begrüßten. An diesem Nachmittag und Abend hatten wir die Möglichkeit uns kurz in St. Petersburg umzusehen und unsere Familien kennen zu lernen. Auch das erste von vielen russischen Abendessen konnten wir genießen. 

Donnerstag, 23. Mai 2013

Ab Donnerstag wurde es ernst. Der Sprachkurs begann! Fünf Vormittage lang nahmen wir jeweils bis 13 Uhr an einem Russischsprachkurs teil. 













Russischkurs                                                                                  Im Klassenzimmer mit unserer Russischlehrerin 

Danach wurde in einer typisch russischen  Mensa (столовая) gegessen. 
Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zur Eremitage (Эрмитаж), wobei wir dazwischen aber einen Abstecher in ein zeitgenössisches Kunstzentrum „Pushkinskaja 10“ (Пушкинская 10) machten, welches den Wohnsitz des wohl größten Beatles-Fans überhaupt beherbergt. Schon die Wände werden geziert von Plakaten und den in Stein gemeißelten Gesichtern der Bandmitglieder. Sobald man die Wohnung betritt, wird man von Beatles-Musik, unzähligen Fanartikeln und Gegenständen, die mit den Beatles zu tun haben, empfangen.
















Besuch beim Beatles-Fan                                                               Pushkinskaja 10 Innenhof 

Nach einem etwas längeren Spaziergang über den Nevskij- Prospekt (Невский Проспект) erreichten wir schließlich die Eremitage, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, das sich am Ufer der Newa (Нева) erstreckt. 















Am Schlossplatz vor der Eremitage






Eremitage und Alexandersäule

Von zwei der Austauschschülerinnen haben wir interessante Informationen zu den Bildern und Ausstellungsstücken bekommen. Das Highlight dürfte die dort ausgestellte Pfauenuhr sein, die komplett vergoldet ist und einen Baum mit einem darauf sitzenden Pfau darstellt. Dieser und andere Tiere, die auch ein Teil der Uhr sind, bewegten sich stündlich, als die Uhr noch in Verwendung war. 

Das Gebäude selbst und die Innenräume, der Stuck, die Fresken, die Marmorböden und die kunstvollen Parkettböden beeindruckten uns so sehr, dass es oft schwierig war, sich auch noch auf die Kunstwerke zu konzentrieren.

Nach dem Rundgang im Museum machten wir eine Bootsrundfahrt auf den Kanälen Petersburgs, bei welcher wir an vielen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbeikamen. Trotz der kühlen Temperatur genossen wir das Panorama, das sich vor unseren Augen darbot. 

Dies war der erste vieler eindrucksvoller, manchmal auch anstrengender Tage.

Freitag, 24. Mai 2013

Am Freitag besuchten wir nach dem Sprachkurs ein neues russisches Restaurant, in dem es eine unglaubliche Auswahl an Palatschinken (блины) gab. Gestärkt machten wir uns – natürlich zu Fuß – zur Peter- und Paul-Festung (Петропавловская крепость) auf – überquerten das Marsfeld und die von Gustave Eiffel entworfene (Троицкий мост). Auf dem Marsfeld gibt es das "ewige Feuer" zu bewundern und nicht weit entfernt von der Brücke steht die kleine Statue des Tchishik Pyshik „Чижик-Пыжик“ (das kleinste Denkmal St. Petersburgs, ein kleiner Vogel), der Glück bringen soll, wenn man ihn mit Münzen trifft und sie auf dem kleinen Podest liegen bleiben. Bei der Festung angekommen, trafen wir sowohl unsere russischen PartnerschülerInnen als auch DeutschstudentInnen des ersten Studienjahres – nach kurzer Zeit fand begeisterter Smalltalk zwischen uns statt.



Marsfeld                                                                        Tschishik Pyshik
Die Festung an sich war zwar beeindruckend, vor allem aber die Peter und Paul-Kathedrale (Петропавловский собор), in der sich sämtliche Gräber der Zaren befinden.













Peter und Paul-Kathedrale

Auf dem Weg zur Toilette gab es noch einen kleinen Zwischenfall mit einem maskierten Henker, der allerdings nicht von allen bemerkt wurde.















Panaromablick auf das Stadtzentrum

Über den kleinen Strand von Sankt Petersburg am Ufer der Newa gingen wir zum Mariinskij Theater (Мариинский театр), um Tschaikowskis Ballett „Schwanensee“ (Лебединое озеро) zu genießen. Trotz beachtlicher Länge (3 Std.) waren wir von der Vorstellung begeistert.  Das Theatergebäude ist ein imposantes Bauwerk, das innen noch prachtvoller erscheint als außen. Am Heimweg um 11 Uhr abends, als gerade erst die Dämmerung einsetzte, genossen wir den Reiz der Weißen Nächte.

Samstag, 25. Mai 2013

Am Vormittag besuchten wir den russischen Flohmarkt „Udelnaja“ (Удельная), der sogar unsere AustauschschülerInnen zum Staunen brachte. Ein sehr spannendes Erlebnis, das wir wahrscheinlich ohne Frau Prof. Lerchner nicht gehabt hätten. Es handelt sich bei diesem Flohmarkt um ein großes Gebiet, wo man alles Mögliche kaufen kann – von Büchern über Computerteile bis zu Gitarren, Sowjetabzeichen, alter Sonnencreme und funktionstüchtigen Waffen. Man fragte sich manchmal, woher diese Dinge stammen. 







Am Flohmarkt

Danach fuhren wir mit einer Marschrutka (маршрутка = Sammeltaxi) zum Peterhof (Петергоф), der unter Peter I errichtet worden war. Es handelt sich um einen pompösen Palast, umgeben von einem riesigen Park mit über 150 Fontänen. Vergoldete Figuren schmücken die zauberhafte Gartenanlage. Teilweise waren wir von einem Blütenmeer umgeben, das so mancher Gartenliebhaber auch gerne im eigenen Garten haben würde. Zum Glück wurde der Prunk der kürzlich frisch restaurierten Statuen erst am Ende unserer Exkursion vom Regen getrübt. 

Wir fuhren schließlich mit einem Boot zurück ins Stadtzentrum.








Peterhof

Sonntag, 26. Mai 2013

Am Sonntag verbrachten wir alle den Tag mit unseren Familien. Man besuchte den Katharinen-Palast (Екатерининский дворец), das Eisfest, andere Schlösser und Kirchen und in der Nacht die Öffnung der Newa-Brücken, ein Spektakel, das man nicht so schnell wieder vergessen wird. 

Montag, 27. Mai 2013

Am Montagvormittag waren wir wieder im Sprachkurs. Nach einem schmackhaften Mittagessen gingen wir zum Russischen Museum (Русский музей). Am Weg dorthin spazierten wir am Denkmal des Schriftstellers Dostojewskij (Памятник Достоевскому) vorbei, gingen die berühmte „Rossi-Straße“ (Улица Росси) entlang, die auch Theaterstraße genannt wird und direkt an das Alexandrinskij Theater (Александринский театр) anschließt. Es handelt sich um eine Straße mit perfekten Proportionen (220m lang, 22m breit, 22m hoch). 















Alexandrinskij Theater

Am ehemals größten Kaufhaus Petersburgs (Gostiny Dvor/ Гостиный Двор) vorbei, durchquerten wir noch die alte Einkaufspassage (Пассаж) und kamen zum Puschkindenkmal (памятник Пушкину), das sich direkt vor dem Russischen Museum befindet. Dort bewunderten wir viele Gemälde berühmter russischer Maler (Ilja Repin, Aiwasowski, Wrubel, Malewich, Larionov, Tatlin, ...). 

Im Sonnenschein spazierten wir zur Auferstehungskirche, auch bekannt als Blutskirche (Спас на крови), die typisch russische bunte Zwiebeltürme hat. Die prunkvolle Kirche verzauberte uns alle.  Bemerkenswert ist, dass es nur ganz wenige Fresken gibt, anstatt dessen zieren Mosaike die gesamten Kircheninnenwände bis hoch hinauf in die Kuppel. 



















Blutskirche
Danach besuchten wir den Sommergarten, einen wunderschön gepflegten Park im Zentrum von St. Petersburg. 













Sommergarten                                                      Fisch-Snack im Sommergarten

Nicht weit entfernt davon befindet sich ein besonderer Innenhof, dem durch die StudentInnen der „Kleinen Kunstakademie“ Petersburgs (Малая Академия Искусств) dank eines Projektes ein interessanter Charme verliehen wurde. Die KunststudentInnen verzierten die Wände mit Mosaiken, bauten Skulpturen, die ebenfalls von Mosaiken bedeckt sind, und auch alle übrigen Gegenstände, Sitzbänke, Brunnen, etc... besitzen eine Mosaikoberfläche. Dieser Innenhof ist ein Geheimtipp, den TouristInnen kaum kennen.

















Mosaik-Innenhof

Dienstag, 28. Mai 2013

Am Dienstag fanden wir uns alle im Kurs wieder. Zu Mittag aßen wir in einem kleinen Restaurant am Dach des zeitgenössischen Kunstzentrums „Etagen“ (Этажи). Dort können die Kunstwerke junger russischer KünstlerInnen betrachtet werden. 




















Kunstzentrum „Etagen“

Dann ging es auf zum berühmten „Wolkowo Friedhof“ (Волковское кладбище), auf dem sich die Gräber vieler bekannter SchriftstellerInnen, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen befinden. Eine verwunschene, friedliche und geheimnisvolle Atmosphäre umgab uns, während wir die Ruhestätten von MusikerInnen, AutorInnen, SchauspielerInnen,… suchten.

Dann führte unser Spaziergang zur Isaak-Kathedrale (Исаакиевский Cобор). Selten sieht man ein solch prachtvolles Bauwerk, das einen so sehr in seinen Bann zieht. Anschließend wagten sich noch einige von uns auf die Kuppel der Kathedrale. Ein einzigartiger Rundblick über Petersburg ermöglichte es uns, die enorme Größe der Stadt wahrzunehmen. Sogar das Meer schien einem zum Greifen nahe. 










Blick auf das Stadtzentrum

Mittwoch, 29. Mai 2013

Am Mittwoch beendeten wir erfolgreich den Sprachkurs und bekamen unsere Zertifikate. Nach einer Stärkung besuchten wir einen Büchermarkt (Крупский рынок), wo wir die letzten Geschenke besorgen konnten. Danach fuhren alle nach Hause, da wir uns auf die Abreise nach Moskau vorbereiten mussten. Der Abschied am Bahnhof fiel sehr schwer. Tränen flossen und die letzten Umarmungen wurden gelöst…

Nach einer anstrengenden und kurzen Nacht in einem sowjetischen Zug, der bei einigen von uns einen Kulturschock auslöste, kämpften wir uns am Morgen in der Stoßzeit durch unglaubliche Menschenmengen, um mit der U-Bahn zu unserem Hostel zu gelangen. 











Im Nachtzug nach Moskau

Donnerstag, 30. Mai 2013

Zum Ausruhen war keine Zeit, wir stürzten uns gleich wieder ins U-Bahngeschehen, um zur Lomonossow-Universität zu fahren, die sich auf den Sperlingsbergen (Воробьёвы горы) befindet. Von dort bot sich uns ein traumhafter Panoramablick auf Moskau.












Lomonosow-Universität                                                  Blick auf Moskau

Mit dem Skilift, der üblicherweise den Skispringern zur Verfügung steht, gings bergab zum Fuße des Flusses „Moskwa“ (Москва).














Unser nächstes Ziel war das Kosmonautenmuseum (Музей космонавтов), vor dem sich ein Denkmal zu Ehren Gagarins (Гагарин) befindet, welcher der erste Mensch im Weltall war. 

Wenn man das Museum verlässt, fällt einem sofort die überdimensionale Skulptur „Arbeiter und Kolchosenbäuerin“ (Рабочий и колхозница) ins Auge. Dieses Kunstwerk von Vera Muchina krönte 1937 den sowjetischen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung und befindet sich seit 2009 in Moskau. 










Abb. 35 Arbeiter und Kolchosenbäuerin

Gleich hinter dieser riesigen Statue befindet sich das Allrussische Ausstellungszentrum (ВДНХ), ein großes Gelände, auf dem die ehemaligen Sowjetstaaten und einzelne Regionen durch aufwändig gestaltete Pavillons vertreten waren. Dort wurden die Errungenschaften des Sozialismus zur Schau gestellt.












Brunnen im Zentrum des Ausstellungsgeländes






Hauptpavillon

Freitag, 31. Mai 2013

Frühmorgens spazierten wir los, am berühmten Bolshoij-Theater (Большой театр) und an der Lubjanka (Лубянка), dem ehemaligen Hauptquartier des KGB, vorbei.













Bolshoij-Theater                                                      Lubjanka

Danach besuchten wir den weltberühmten Kreml (Кремль). Der Rote Platz im Vordergrund (Красная площадь) scheint unendlich groß zu sein, die Kirchen im Kreml sind einzigartig.

Die Besichtigung der Basilius-Kathedrale (Храм Василия Влаженного)  fehlte natürlich auch nicht. Dort hatten wir das Glück, dass ein Männerchor altkirchenslawische Lieder sang. Dies beeindruckte manche von uns besonders.










Kreml, Roter Platz und Basilius-Kathedrale                       Kreml

Bevor wir zum Arbat (Арбат), einer bekannten Fußgängerzone im Zentrum Moskaus, spazierten, machten wir einen Abstecher in die Christus-Erlöser-Kathedrale (Храм Христа Спасителя), das zentrale Gotteshaus der Russisch-Orthodoxen Kirche. 













Christus- Erlöser-Kathedrale

Samstag, 1. Juni 2013

Am Samstag besuchten wir nur noch das Mausoleum Lenins (Мавзолей Ленина). Viele von uns bezweifeln bis heute, dass wir wirklich den echten Lenin (Ленин) gesehen haben. 













Lenin-Mausoleum

Dann begann auch schon die Heimreise, die längst nicht so anstrengend war wie die Reise von St. Petersburg nach Moskau. Viele waren traurig, das mystische Land zu verlassen, doch wir freuten uns auch schon, unsere Familien und Freunde wiederzusehen. Für viele von uns war das bestimmt nicht die letzte Russlandreise.

Die Russlandreise war ein unvergessliches Erlebnis. Oft wurden wir von den Eindrücken beinahe erschlagen. Wir sahen so viel Fremdes, das uns niemand mehr nehmen kann. Neue Freundschaften wurden geschlossen und alte gefestigt. Die Gruppengemeinschaft wurde immer stärker. Die Organisation war perfekt. Wir konnten ein uns unbekanntes Land genießen und brauchten uns vor nichts zu fürchten. Die Gastfamilien waren freundlich, zuvorkommend und bekochten uns mit russischen Köstlichkeiten.

Ein großes Dankeschön an unsere Lehrerinnen Frau Prof. Lerchner und Frau Prof. Gmeiner. Besonders an Frau Prof. Lerchner, die sich für jeden von uns einsetzte und sich um alle sorgte, als wären wir ihre Schwestern und Brüder. 

Die Schülerinnen und Schüler der Russischgruppe der 7A