Philosophieolympiade 2017 – 2. Platz für Miriam Fischer beim Landeswettbewerb!

veröffentlicht um 01.03.2017, 16:58 von Georg Haschek   [ aktualisiert: 01.03.2017, 17:05 ]
33 Schüler/innen aus dem BG 18 verfassten Essays für die Philosophieolympiade 2017!  Die Texte von Miriam Fischer, Jakob Massauer und Michael Tury wurden für den Wiener Landeswettbewerb nominiert. Miriam Fischers errang mit ihrem Essay zu einem Zitat von Judith Butler den hervorragenden zweiten Platz! Sie wird als eine von vier Schüler/innen Wien beim Bundeswettbewerb der Philosophieolympiade vertreten.

Wir freuen uns über die ausgezeichneten Leistungen unserer Schüler/innen und gratulieren Miriam herzlich zum 2. Platz! 

Miriam Fischer bei der Preisverleihung 
Jakob Massauer, Michel Tury und Miriam Fischer mit ihrer Philosophielehrerin Rosa Scheuringer

Themen 2017

Die Schüler/innen verfassten einen philosophischen Essay zu einem der folgenden vier Themen:

Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung.  Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht.  
Immanuel Kant: Über Pädagogik. In: Werkausgabe, hg. von Wilhelm Weischedel, Frankfurt/M.  1977, Bd. XII, S. 699 

Die offene Frage: „Wer bist Du?“ soll immer wieder gestellt werden, ohne eine abschließende Antwort zu erwarten. Das fortgesetzte Interesse am Anderen und das Begehren nach Anerkennung bleiben das Ziel, ohne in der Feststellung „jetzt weiß ich, wer du bist“ zum Schweigen gebracht zu werden.  
Judith Butler: Kritik der ethischen Gewalt, 2003, S. 57 

Wir klagen die Natur nicht als unmoralisch an, wenn sie uns ein Donnerwetter schickt und uns naß macht: warum nennen wir den schädigenden Menschen unmoralisch? 
Weil wir hier einen willkürlich waltenden, freien Willen, dort Notwendigkeit annehmen. Aber diese Unterscheidung ist ein Irrtum.  
Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches, Frankfurt/M u. a.: Ullstein, 1969, S. 509 

Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. 
Arthur Schopenhauer: Aphorismen zur Lebensweisheit, Frankfurt am Main, 2008, S. 63 f.